Nachdem die Schweizer Kunst letztes Jahr die Situation des Kunstmarkts beleuchtete, von dessen Krise in letzter Zeit oft die Rede war – es wird immer weniger Kunst für immer mehr Geld verkauft –, sollen in dieser Ausgabe die Schöpferinnen und Schöpfer dieser Werke im Zentrum stehen. Man kann bei ihnen von einer ähnlichen Schere wie beim Kunstmarkt (und unserer Gesellschaft überhaupt) ausgehen. Es gibt auf der einen Seite die Stars, die mit ihrer Kunst Vermögen verdienen und während der Biennale in Venedig ihre eigenen Parallelausstellungen einrichten und die mit den wenigen Galerien verbunden sind, die den Weltmarkt bestimmen. Auf der anderen Seite steht die grosse Mehrheit von 99 % der Künstler_innen, die so gut wie möglich mit ihrer Kunst zu überleben versuchen und von kleineren und mittelständischen Galerien vertreten werden, die wiederum selber um ihre Existenz kämpfen.

Für dieses Heft wollten wir die verschiedenen Aspekte des Überlebens von Künstlerinnen oder Künstlern beleuchten – dafür werden einige Studien und Erhebungen zitiert, die allesamt ein ziemlich deprimierendes Bild ergeben. Und doch nimmt die Zahl der praktizierenden Künstler*innen stetig zu, der Drang zum kreativen Schaffen ist scheinbar ungebrochen.

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