Bund, Kantone, aber auch Stiftungen und andere Organisationen haben Hilfe bereitgestellt. Zögern Sie als Kulturschaffende also nicht, Gesuche einzureichen, auch wenn sie administrativen Aufwand bedeuten! Denn die Unterstützung ist da und soll auch in Anspruch genommen werden. Der folgende Überblick soll helfen, die richtigen Massnahmen für Kulturschaffende oder Kulturunternehmen und Anlaufstellen bei Fragen zu finden.

 

Nothilfe über Suisseculture Sociale

Kulturschaffende, die ihren Wohnsitz in der Schweiz haben, können bei Suissculture Sociale ein Gesuch um Nothilfe einreichen. Die Nothilfe deckt die Lücke bei den unmittelbaren Lebenshaltungskosten. Dafür wird die Differenz zwischen aktuellen Einnahmen und Ausgaben pro Monat berechnet. Die Nothilfe richtet sich an alle hauptberuflichen Kulturschaffenden, unabhängig von ihrem Arbeitsstatus als selbstständig Erwerbende oder Freischaffende (Arbeitnehmende mit befristeten, häufig wechselnden Anstellungen).

Zu beachten ist:

  • Als Kriterium für die Nothilfe gilt ein tatsächlicher Bedarf unter Berücksichtigung der Ausgaben sowie der Einkommens- und der Vermögensverhältnisse der oder des Kulturschaffenden.
  • Die Nothilfe beträgt höchstens 196 Franken pro Tag.
  • Suisseculture Sociale gewährt grundsätzlich Nothilfe für jeweils zwei Monate, danach kann die Nothilfe bis maximal Ende 2021 verlängert werden.
  • Ehepaare können nun ein gemeinsames Gesuch einreichen, anstatt separate Gesuche einreichen zu müssen. Selbstverständlich besteht weiterhin die Möglichkeit, separate Gesuche einzureichen, allerdings ist SCS auch in diesen Fällen verpflichtet, etwaige Einkommen der Ehepartner miteinzuberechnen.
  • Die Vermögensobergrenze pro Person liegt neu bei CHF 45’000 und erhöht sich pro unterstützungspflichtiges Kind um CHF 15’000. Wer über ein grösseres freies Vermögen verfügt, ist von der Nothilfe ausgeschlossen.

Wir empfehlen allen anspruchsberechtigten Kulturschaffenden, die sich in einer finanziellen Notlage befinden, jetzt ein Gesuch einzureichen und nicht zu warten, bis alle Reserven aufgebraucht sind.

Gesuche können unter www.nothilfe.suisseculturesociale.ch eingereicht werden.

 

Entschädigung bei Erwerbsausfällen

Anspruch auf Corona-Erwerbsersatz haben direkt oder indirekt betroffene selbstständig erwerbende Kulturschaffende und Personen in arbeitgeberähnlicher Stellung, deren Erwerbstätigkeit wegen Massnahmen gegen das Coronavirus massgeblich eingeschränkt ist und die eine Lohn- oder Einkommenseinbusse erleiden. Eingaben sind über die jeweiligen Ausgleichskasse des eigenen Kantons einzureichen: Übersicht kantonale Ausgleichskassen

Alle Informationen zur Entschädigung für Erwerbsausfall bei Massnahmen gegen das Coronavirus finden Sie auf der Website des Bundesamtes für Sozialversicherungen BSV:

Corona: Entschädigung für Erwerbsausfall

Coronavirus: Massnahmen für Unternehmen, Arbeitnehmende, Selbständigerwerbende und Versicherte

 

Ausfallentschädigung

Die Ausfallentschädigung ist – wie in der ausserordentlichen Lage – erneut auch den Kulturschaffenden zugänglich. Kulturschaffende und Kulturunternehmen mit Wohnsitz in der Schweiz, die aus der Absage, Verschiebung oder eingeschränkten Durchführung von Veranstaltungen und Projekten oder aufgrund betrieblicher Einschränkungen infolge der Umsetzung staatlicher Massnahmen einen finanziellen Schaden erlitten haben, können bei den Kulturämtern der Kantone eine Ausfallentschädigung beantragen.

Zu beachten ist:

  • Die Entschädigung deckt höchstens 80 Prozent des finanziellen Schadens.
  • Gesuche können auch gestellt werden, wenn z.B. aufgrund von Planungsunsicherheit keine Programmierung mehr möglich ist.
  • Es besteht kein Anspruch auf Unterstützung. Die Kantone können kulturpolitische Prioritäten setzen.

Die Umsetzung der per 19. Dezember 2020 in Kraft getretenen Wiedereinführung der Ausfallenschädigung für Kulturschaffende erfordert massgebliche Vorbereitungsarbeiten durch die Kantone als Vollzugsstellen. Es ist davon auszugehen, dass die entsprechenden Vorbereitungsarbeiten im Januar 2021 abgeschlossen sind und die Kulturschaffenden ab dann Gesuche für alle seit dem 19. Dezember 2020 entstandenen Schäden einreichen können.

Kantonale Anlaufstellen

 

Transformationsprojekte

Kulturunternehmen mit Sitz in der Schweiz können für Projekte, welche die strukturelle Neuausrichtung oder die Publikumsgewinnung zum Gegenstand haben, bei den Kantonen für sogenannte Transformationsprojekte Finanzhilfen beantragen. Anspruchsberechtigt sind auch Kulturakteure (z.B. Kulturschaffende), die sich als juristische Person zusammenschliessen und die gemäss Statuen die Kooperation gemeinsame Projekte oder die Durchführung einer Veranstaltung oder eines Festivals bezweckt. Für weitere Informationen und zur Einreichung des Gesuches wendet man sich an den Kanton, in dem das Unternehmen seinen Sitz hat: Kantonale Anlaufstellen

 

Zusätzliche Massnahmen im Kanton

Neben den gesamtschweizerisch organisierten Massnahmen gibt es weitere Unterstützungsmöglichkeiten in den jeweiligen Kantonen. Von verschiedenen Gemeinden werden zusätzliche Unterstützungen angeboten, die hier nicht im Einzelnen aufgeführt werden können. Es empfiehlt sich, sich direkt bei der Verwaltung der eigenen Gemeinde nach den Möglichkeiten zu erkundigen. Auch verschiedene Stiftungen haben besondere Unterstützungsmassnahmen ausgearbeitet, hier gilt es sich für Details direkt an diese zu wenden.

 

Wer hilft bei Fragen oder Problemen bei der Gesuchstellung

Bei Fragen oder Problemen bei der Gesuchstellung gilt grundsätzlich, sich immer zuerst an die entsprechende Stelle, welche die Massnahme betreut, zu wenden. Kommt man so nicht weiter, können folgende Organisationen weiterhelfen: Berufsverbände der jeweiligen Sparte – meist unabhängig einer Mitgliedschaft. Eine gute Zusammenstellung verschiedener Organisationen findet man bei der Taskforce Culture: www.taskforceculture.ch. Kulturschaffende finden die Verbände ihrer Sparte direkt über die Webseite des Dachverbands Suisseculture: www.suisseculture.ch > Suisseculture > Mitglieder.

Die Webseite www.branchenhilfe.ch bietet Betroffenen aus der Veranstaltungsbranche einen umfassenden Überblick über die Unterstützungsmassnahmen und wie sie vorgehen müssen, um Unterstützung zu erhalten.

 

Weitere Informationen:
Massnahmen zur Abfederung der wirtschaftlichen Folgen